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Leben mit dem neuen Organ

Familienplanung

Ihr neues Leben hat begonnen, doch Ihre Wünsche und Bedürfnisse sind möglicherweise die alten geblieben. So möchten etwa jüngere Transplantations-Patienten nach überstandener Krankheit den Traum von der eigenen Familie erfüllen. Träume sind dazu da, verwirklicht zu werden: Schwangerschaften sind möglich, aber mit zusätzlichen Risiken verbunden, die Sie sorgsam abwägen sollten.

Sexualität

Eine Transplantation ist kein Hindernis für ein erfülltes Sexualleben. Bei Schwangerschaften während einer immunsuppressiven Therapie können jedoch Risiken für das Kind auftreten.
 

Verhütung

Schwangerschaften sind möglich, wenn sich durch die allmähliche Normalisierung des Hormonspiegels wieder der normale hormonelle Zyklus einstellt. Verhütungsmaßnahmen müssen daher frühzeitig getroffen werden. Einige Verhütungsmaßnahmen sind nicht bzw. nur eingeschränkt anwendbar. Sprechen Sie die am besten geeigneten Maßnahmen mit Ihrem Gynäkologen ab.
 

Verhütungsmaßnahmen

  • Die „Pille“ ist nach einer Lebertransplantation problematisch, weil sie die Leber belasten kann. Nach einer Nierentransplantation kann sie zur Verhütung genommen werden, wenn keine Leberveränderungen, Bluthochdruck und kein erhöhtes Thromboserisiko vorliegen.
  • Spirale oder Intrauterinpessare dürfen nicht verwendet werden, da sie als Fremdkörper Infektionen hervorrufen oder fördern können.
  • Kondome sind nur bei richtiger Anwendung auch wirklich sicher. 
  • Besteht kein Kinderwunsch oder ist dieser abgeschlossen, kann über eine Sterilisation nachgedacht werden. Der Eingriff ist bei Männern mit einem  geringeren gesundheitlichen Risiko verbunden als bei Frauen. 

Kinderwunsch

Viele junge Frauen wünschen sich ein Kind. Grundsätzlich spricht nichts gegen eine Schwangerschaft nach der Transplantation. Auf Grund der Medikamente müssen Sie jedoch mit Komplikationen rechnen.

Risiken

Die meisten Kinder transplantierter Mütter werden zu früh geboren. Und zu den üblichen Risiken einer normalen Schwangerschaft kommt die für Mutter und Kind erhöhte Infektionsgefahr hinzu. Die Fehlbildungsrate ist ebenfalls erhöht. Bei der Geburt kann es zu einer Abstoßung des Organs kommen.

Vorsichtsmaßnahmen

Die Familienplanung sollte frühestens ein Jahr nach der Operation beginnen. Sprechen Sie mit den behandelnden Ärzten über das Risiko einer Schwangerschaft und die damit verbundenen Konsequenzen.

Nicht alle Medikamente sind für Schwangere verträglich. Vor einer geplanten Schwangerschaft müssen sie daher evtl. ausgetauscht werden. Ist es bereits zu einer Schwangerschaft gekommen, müssen Sie umgehend mit den behandelnden Ärzten das weitere Vorgehen besprechen.

  • Bei einer eingeschränkten Transplantatfunktion ist von einer Schwangerschaft dringend abzuraten.
  • Immunsuppressiva reichern sich in der Muttermilch an. Während einer Behandlung mit Immunsuppressiva darf daher, um Schäden für das Kind zu vermeiden, nicht gestillt werden.

Männer mit Kinderwunsch

Immunsuppressiva schädigen die Spermien, so dass es möglicherweise zu Schäden an der Erbmasse kommt. Transplantierte Männer mit Kinderwunsch sollten daher mindestens sechs Monate nach der Transplantation abwarten, bis die hohen Dosen der Immunsuppressiva nach der Operation allmählich gesenkt werden können.

Transplantation auf Grund einer genetischen Erkrankung

Handelt es sich bei der Erkrankung, die zur Transplantation geführt hat, um eine vererbbare Erkrankung, sollte vor einer geplanten Schwangerschaft eine genetische Beratungsstelle aufgesucht werden.

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