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Kriterien für eine PNTx

Hallo,



unter https://link.springer.com/article/10.1007/s00063-007-1082-8 gibt es den Abstract eines Artikels, der beschreibt, dass viele (?) Nephrologen wegen der finanziellen Anreize darauf verzichten, Patienten zur Transplantation zu melden.

Ich habe seit 2010 die Kriterien für eine PNTx erfüllt, Ende 2015 hat mein damals behandelnder Nephrologe (Arzt in einer Dialysepraxis, deren Eigentümer Hersteller von Dialyspräparaten ist) die direkte Frage nach der PNTx verneint.

Wäre ich 2010 gelistet worden, wären mir vermutlich zwei Schlaganfälle und ein Beinahe-Herzinfarkt erspart geblieben.



Gibt es eine Möglichkeit, Ärzte dieser Praxis an weiteren Fehlberatungen zu hindern?




„Die Aussage, die die Autoren in diesem Artikel treffen, ist aus medizinethischer Sicht völlig richtig und nachvollziehbar. Das Dilemma, in dem sich die deutsche Medizin hier befindet, wird klar zum Ausdruck gebracht und ein Umdenken angemahnt. Leider verfügen wir in Deutschland derzeit (noch) nicht über ein Dialyse- und Transplantationsregister, mit dem klar belegt werden könnte, dass hier tatsächlich zu wenige Patienten für eine Nierentransplantation gelistet werden. So existieren hierzu leider nur Schätzwerte: in Ländern mit vergleichbarer medizinischer Versorgung stehen bis zu 40% der Dialysepatienten auf der Warteliste für eine Transplantation, in Deutschland beträgt dieser Wert gerade einmal ca. 10%. Mit dem Versuch, ein solches Register aufzubauen, wurde vor vielen Jahren die Datensammlung „Quasi-Niere“ ins Leben gerufen, nach kurzer Zeit aber wieder abgeschafft. Die Notwendigkeit eines solchen Registers ist aber erkannt und daher wird derzeit – mit Unterstützung der Kostenträger, in deren ureigenstem Sinne es ja sein muss, durch mehr Transplantationen gegenüber der Dialyse Geld einzusparen – ein neues, umfassendes Transplantationsregister ins Leben gerufen. An dem zentralen Dilemma aber, dass wir in Deutschland viel zu wenige Organe zur Organtransplantation zur Verfügung haben, ändert dieses Register leider nichts, könnte jedoch das Bewusstsein für die Notwendigkeit für eine Veränderung schärfen.“

Mit freundlichen Grüßen

H. Arbogast


Priv.-Doz. Dr. med. Helmut P. Arbogast
Arzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie und
Spezielle Chirurgische Intensivmedizin
Leiter der Chirurgischen Poliklinik A, Leiter ambulantes Operieren
Stellvertreter des Ärztlichen Direktors in der Herztransplantationskonferenz
Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations- und Gefäßchirurgie
Marchioninistr. 15, 81377 München
Tel.: +49 (0)89 4400-7-2600
Fax: +49 (0)89 4400-7-6577
email: helmut.arbogast@med.uni-muenchen.de
____________________________________________________________________________________
Schatzmeister der Deutschen Transplantationsgesellschaft (DTG)
Mitglied im Vorstand der European Pancreas and Islet Transplantation Association (EPITA)
Federführender der AG „Revision der Richtlinien zur Pankreastransplantation“ der Bundesärztekammer
Mitglied der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer
Mitglied des EUROTRANSPLANT Financial Committees (ETFC)
Vorstandsmitglied der Deutschen Akademie für Transplantationsmedizin
Leiter des Walter-Brendel-Kollegs für Transplantationsmedizin
Fachgruppenmitglied für die Nieren- und Pankreastransplantation und die Nierenlebendspende im IQTIG-Institut











Llarian fragte am 18.08.2017 - 18:02




Kann ich bei meinem Zentrum nicht bestätigen: Meine Diaylseärzte waren eher sogar sehr hartnäckig beim Thema TX.
Ich bin seit 15 Jahren an der Dialyse und WILL definitiv keine TX.
Besonders ein Dialysearzt meines Zentrums kann die TX zuckersüß verkaufen,bei mir beißt er auf Granit aber.:-D

Freundliche Grüße
Der Hans



Der Hans hat geantwortet am 15.08.2017 - 13:54





Hallo Hans,

ob ich die Tx möchte oder nicht, ist irrelevant. Der Arzt, dem ich mein Leben anvertraut habe, hat mir nicht nur eine wichtige Information vorenthalten, sondern mich auf explizite Nachfrage angelogen. Wie erwähnt, hatte ich zwei vermeidbar gewesene Schlaganfälle - ich hätte tot sein können.
Der hippokratische Eid ist keine Pflicht mehr, dass er aber zu einem Witz verkommen ist, war mir nicht bekannt.
Wie viele hat er bereits auf dem Gewissen? Vor einigen Jahren sagte die Statistik ´, dass 50% der dialysepflichtig gewordene Diabetiker innerhalb von drei Jahren versterben. Ich würde sagen, er hat mein Ableben in mehr als einer Hinsicht in Kauf genommen.

Ist Ehrlichkeit von einem Arzt zu viel verlangt, wenn es konkret ums Überleben geht?
Wenn Du schreibst, Du willst keine Tx, dann hast Du diese Entscheidung zumindest auf Basis der Kenntnis der Fakten treffen können, mir hat man die Hucke vollgelogen.
Ich habe auch kein Interesse daran, ihn zur Rechenschaft zu ziehen, ich will verhindern, dass andere dieser Person, die ihren Beruf nicht ernst nimmt, auf den Leim gehen.

Llarian hat geantwortet am 18.08.2017 - 18:02



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