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Umstellung auf Envarsus

Sehr geehrtes Expertenteam,

ich wurde 2009 lebertransplantiert, ich nehme Prograf 1,5 mg morgends und abends. Meine Werte sind seit langem erfreulich stabil und es geht mir gut, ich habe wenig Nebenwirkungen. Der Prografspiegel liegt zwischen 4 und 5.
Mein TX Zentrum hat mir nun angeboten, auf das Medikament Envarsus umzustellen,aufgund meiner guten stabilen Werte bietet sich das an, die Vorteile von Envarsus (einmalige Einnahme,niedrigere Dosierung möglich, weniger nierentoxisch) finde ich interesant. Allerdings bin ich unsicher, ob ich mich rantrauen soll - "never change a winning team" und ich hatte 3 Jahre nach der TX schon mal eine Prografreduzierung begonnen, in deren Folge sich aber meine Werte verschlechtert hatten und es dauerte lange, bis sie wieder stabil wurden. Für mich wäre das wichtigste Argument für eine Umstellung die weniger nierenschädliche Wirkung, meine Nierenwerte sind im hochnormalen Bereich und nach jeder Blutentnahme schaue ich immer sehr genau darauf, ob sie sich erhöht haben.
Meine Frage ist jetzt, inwieweit Sie Erfahrung mit (der Umstellung auf) Envarsus haben und ob Sie es als ratsam erachten, "ohne Not" auf ein "neues" Medikament (mit demselben Wirkstoff) umzustellen. Und ist es möglich, wieder auf Prograf zurück zu gehen, wenn sich herausstellen würde, dass sich Envarsus negativ auswirkt?
Besten Dank
U. M.

Ulla fragte am 03.12.2017 - 20:11




Im Prinzip haben Sie sich selbst schon die Antwort gegeben: Zu dem "never change a winning team" ist kaum etwas hinzuzufügen. Insbesondere, da eine Reduzierung Ihrer Medikation bereits einmal mit einer Verschlechterung Ihrer Werte beantwortet wurde, wäre ich mit dem "Rütteln" an Ihrer funktionierenden Immunsuppression vorsichtig. Dennoch gibt es genügend Daten, die prinzipiell eine solche Umstellung als ungefährlich einschätzen. Auch eine Rückkehr zu Ihrem alten Regime wäre prinzipiell möglich; aber: es gibt kaum etwas schwerer Behandelbares, als eine spätakute Abstoßung. Diese gilt es auf jeden Fall zu vermeiden! Ergo: Ich wäre dafür, dass Sie bei Ihrer Medikation bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

H. Arbogast


Dr. med. Helmut P. Arbogast
Arzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie u. Spezielle Chirurgische Intensivmedizin
Klinik f. Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß-, u. Thoraxchirurgie
Klinikum der Universität München

Helmut Arbogast hat geantwortet am 03.12.2017 - 20:11



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