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LTX 92

Hallo ihr lieben ,



Ich wollte euch einmal von mir berichten.

Mein Name ist Adina, ich bin 28jahre alt und bin seid 92 Lebertransplantiert. Sprich seit 25 Jahren :)

Als ich transplantiert wurde, war ich 4 Jahre alt , habe dadurch kaum noch Erinnerung. Ich wurde am uke in Hamburg operiert von dr.burdelski.

Es ist zum Glück bei einer Leber geblieben. Die völlig funktionsfähig ist und gute arbeitet leistet bis heute.

Ich hatte auch nie Probleme mit dem Organ. Gehe 1x im Jahr zur Kontrolle.

Medikationen hatte ich jahrelang Csa sprich sandimun. Im Jahre 2007 habe ich eine Leukämie entwickelt , die durch großer Wahrscheinlichkeit durch die immunsuppression verursacht wurde.

Nach 2 harten Jahren Chemotherapie hab ich die Leukämie besiegt.



Meine immunsuppression wurde auf sirolimus umgestellt. Scheint gegen Krebszellen unterdrückender zu wirken.

Im Jahre 2012 wurde ich ungeplant schwanger. Brach 2013 einen gesunden Jungen zur Welt. Die Schwangerschaft lief ohne Komplikationen , es war eine Bilderbuch Schwangerschaft.

und meine Medikation musste auch nicht umgestellt werden. Ein Jahr später heiratete ich meinen Partner , nach 8 jähriger Beziehung.

Nun ist mein kleiner schon 4 und so langsam krieg ich hier und da ein paar Wehwehchen.

Ich leide unter Bluthochdruck und nehme auch valsartan ein. Und meine Niere fängt langsam an zu schwächeln. Sie scheidet zu viel Eiweiß aus.

Nun wurde ich letzte Woche auf advograf umgestellt , soll wohl nierenfreundlicher sein. Und das Problem soll dann behoben sein , ich bin gespannt.

Zu meiner Person , ich weiß nicht ob ich zu unbeschwert lebe ... ich bin unendlich dankbar das ich liebe.keine Frage. Schränke mich aber nicht ein in meiner Lebensweise.ich hab nur ein Leben und das genieße ich total.



Ich trinke auf feiern Alkohol. Auch msl mehr als ich sollte (Sehr Seiten ) und rauche auch ganz gern mal eine. Desweiteren bin ich tätowiert und auch Gepierct. Habe mir ehrlich gesagt noch gar nicht drüber Gedanken gemacht ob das schädlich sein könnte.

Ist das fahrlässig??



Ich arbeite als Krankenschwester in einer großen Klinik und werde nächstes Jahr Medizin studieren.

Nun sieht man mal ein ganz anderes leben einer transplantierten. Und ich will nur Mut machen und anderen erzählen wie unbeschwert man leben kann.meine Blutwerte sowie meine leberfunktion ist einwandfrei. War letzten Monat zur leberbiopsie (meine erste seitdem ich denken kann ) und die Probe ergab ein zufriedenstellendes Ergebnis. Alles bestens.



Nun habe ich überlegt den nächsten Schritt zu wagen und meine Brüste vergrößern zu lassen. Durch die Schwangerschaft haben sie etwas gelitten ;)

Aber es gibt leider überhaupt Keine Erfahrungsberichte , was die Wundheilung betrifft.



Vielleicht liest sich das mal jemand durch und hat Lust zu schreiben.



liebe Grüße






1. (War die Umstellung auf advagraf sinnvoll?)
2. Sind Tätowierungen und Piercing schädlich?
3. Ist Alkoholkonsum für mich fahrlässig?
4. Ist eine Brustvergrößerung empfehlenswert?

Hier meine Antworten:

Zu Frage 1: War die Umstellung auf Advagraf sinnvoll?

Zunächst einmal gratuliere ich Ihnen zu einer seit 25 Jahren sehr gut funktionierenden Transplantatleber! Dies sind in der Tat 25 geschenkte Lebensjahre, die man gar nicht hoch genug einschätzen kann! Zur Frage nach der Umstellung von Sirolimus auf Advagraf: Unter Sirolimus wird in der Tat nicht selten eine Proteinurie beobachtet, die zur Umstellung Anlass gibt. Umgekehrt war die Umstellung auf Sirolimus im Rahmen Ihrer durchgemachten Leukämie 2007 sicher lebensrettend! 8 bis 10 Jahre danach ist dieses Thema aber wahrscheinlich überstanden; dennoch würde ich dringend dazu raten, die Advagraf-Spiegel so niedrig wie von Ihrem Transplantationsmediziner vertretbar zu halten, um keine neuerliche Gefahr einer bösartigen Erkrankung einzugehen.

Zu Frage 2: Sind Tätowierungen und Piercing schädlich?

Die Gefahr, durch Tätowierungen oder Piercings Schaden zu nehmen, ist absolut ernst zu nehmen; denn jeder unnötige Eingriff in die körperliche Unversehrtheit ist – vor allem für den Immunsupprimierten – wenn immer möglich zu vermeiden. Auch wenn „sauber arbeitende“ Studios diese Gefahr verringern mögen: Tätowierungen und Piercings sind ein Trend, dem der Transplantierte nicht nachrennen sollte.

Zu Frage 3: Ist Alkoholkonsum fahrlässig?

Wie mit allen schädigenden Substanzen gilt der alte Grundsatz: „solum dosis facit venenum“, aus dem Lateinischen übersetzt: „nur die Menge macht das Gift“. In kleinen Mengen genossen, ist Alkohol nicht bedenklich; aber ein regelmäßiger Konsum sollte vermieden werden und die „kleine Menge“ auch wirklich beherzigt werden (d.h. 1 Glas bzw. Serving).

Zu Frage 4: Ist eine Brustvergrößerung unbedenklich?

Hier kann ich wie bei Frage 2 antworten: alle nicht notwendigen Eingriffe gilt es beim Transplantierten zu vermeiden. Es ist dabei ganz natürlich, dass sich während der Stillphase die Brust vergrößert und danach auch wieder kleiner wird; wenn Sie ohne Brustvergrößerung keine psychischen Schäden davontragen, würde ich eher davon abraten.

Sehr geehrte Frau Pelz,

ich hoffe, alle Fragen damit erschöpfend behandelt zu haben.

Mit besten Grüßen

H. Arbogast


Priv.-Doz. Dr. med. Helmut P. Arbogast
Arzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie und
Spezielle Chirurgische Intensivmedizin
Leiter der Chirurgischen Poliklinik A, Leiter ambulantes Operieren
Stellvertreter des Ärztlichen Direktors in der Herztransplantationskonferenz
Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations- und Gefäßchirurgie
Marchioninistr. 15, 81377 München
Tel.: +49 (0)89 4400-7-2600
Fax: +49 (0)89 4400-7-6577
email: helmut.arbogast@med.uni-muenchen.de
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Schatzmeister der Deutschen Transplantationsgesellschaft (DTG)
Mitglied im Vorstand der European Pancreas and Islet Transplantation Association (EPITA)
Federführender der AG „Revision der Richtlinien zur Pankreastransplantation“ der Bundesärztekammer
Mitglied der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer
Mitglied des EUROTRANSPLANT Financial Committees (ETFC)
Vorstandsmitglied der Deutschen Akademie für Transplantationsmedizin
Leiter des Walter-Brendel-Kollegs für Transplantationsmedizin
Fachgruppenmitglied für die Nieren- und Pankreastransplantation und die Nierenlebendspende im IQTIG-Institut










Adina fragte am 29.07.2017 - 08:49


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