skip to search skip to navigation skip to main content

Die Niere

Nierenerkrankungen

Die chronische Niereninsuffizienz

Das tückische an Nierenerkrankungen ist der langwierige Krankeitsverlauf von der Schädigung bis zum Versagen der Nierenfunktion. Dieser Prozess verläuft meist schleichend und kann, je nach Schädigung, Monate aber auch Jahre dauern.

Die Nieren verlieren im Verlauf der Erkrankung zunehmend die Fähigkeit, den Körper über den Urin zu entgiften.

Es kommt zu einem Anstieg von Abfallprodukten des Stoffwechsels im Blut, zu einer Störung des Säure-Basen-Haushaltes und des Phosphatstoffwechsels. Betroffene fühlen sich abgeschlagen, müde und nur noch sehr begrenzt leistungsfähig.

Gefahr: Bluthochdruck

Die Flüssigkeitsverteilung von Wasser und Elektrolyten im Gewebe wird gestört. Dadurch lagert sich vor allem in den Beinen Flüssigkeit ein und Beinödeme entstehen.

Darüber hinaus ist der Blutdruck häufig erhöht. In der Niere wird ein besonderer Stoff, das Renin, gebildet. Im Zusammenspiel mit Angiotensin II und Aldosteron erhöht Renin den Blutdruck, um in verschiedenen Notfallsituationen ein Absacken des Blutdruckes unter einen bestimmten Wert zu verhindern. Bei einer Niereninsuffizienz ist dieser Regelmechanismus gestört. Es kann zu einer dauerhaft erhöhten Renin-Ausschüttung und damit einer anhaltenden Verengung der Blutgefäße kommen, die zum Bluthochdruck führt.

Kleine Beschwerden - große Folgen

Bestimmte Hormone wie das Erythropoetin, welches zur Bildung der roten Blutkörperchen benötigt wird, können nicht mehr ausreichend gebildet werden.

Die Aufnahme und der Einbau von Kalzium in den Knochen wird mit Hilfe des in der Niere gebildeten Vitamin D3 ermöglicht. Kommt es infolge einer Niereninsuffizienz zu einer unzureichenden Vitamin-D3-Bildung, kann dies eine Knochenentkalkung und Osteoporose zur Folge haben.

Unbehandelt führt ein Versagen der Nierenfunktion zur Schädigung des Herzens, des zentralen Nervensystems, der Magen- und Darmschleimhäute, der Blutgerinnung und letztendlich durch Harnvergiftung zum Tod.

Mit Hilfe der Blutwäsche (Hämodialyse) oder der Bauchfellwäsche (Peritonealdialyse) kann die Nierenfunktion so lange ersetzt werden, bis eine transplantierte Niere die Nierenfunktion übernimmt.

Erkrankungen der Niere

Zu den häufigsten Nierenerkrankungen, die zu einem Nierenversagen führen können, gehören (Häufigkeit in %):

Diabetiker-Niere (24%, Typ II 18%, Typ I 6%)

Ist bei einer lange bestehenden Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) der Blutzuckerspiegel unzureichend eingestellt, führt dies zu einer nicht wieder rückgängig zu machenden Schädigung der Nieren. Typ-II-Diabetiker sind hiervon mit 18% stärker betroffen als die Insulin-pflichtigen Typ-I-Diabetiker mit 6%.

Glomerulonephritis (21%)

Hierbei handelt es sich um eine Entzündung (Nephritis) und Zerstörung der Nierenkörperchen (Glomerulum), die häufig im Anschluss an eine Infektion des Mund- und Rachenraumes bzw. eine Grippe auftritt. Vielfach bleibt die Ursache allerdings unbekannt. Schweregrad und Verlaufsform der Glomerulonephritis bestimmen das Ausmaß der Nierenschädigung.

Nierenbeckenentzündung (15%)

Infolge einer nicht ausgeheilten oder häufig sich wiederholenden bakteriellen Entzündung des Nierenbeckens kommt es zu einer chronischen Entzündung mit zunehmendem Verlust von Nierengewebe und langsam abnehmender Funktionstüchtigkeit der Nieren. Die meist aus der Harnblase stammenden Bakterien erreichen über die Harnleiter das Nierenbecken. Typische Anzeichen einer Nierenbeckenentzündung sind plötzlich ansteigendes Fieber, Schüttelfrost und Appetitlosigkeit verbunden mit heftigem Flankenschmerz.

Zerstörung der Nieren durch Schmerzmittel (11%)

Durch den übermäßigen und langjährigen Gebrauch von Schmerzmitteln (z.B. Phenacetin), vor allem auch von Mischpräparaten, kann es zu einer chronischen Entzündung des Nierengewebes kommen. Im Verlauf sterben Teile der Niere ab und verursachen so ein chronisches Nierenversagen. Darüber hinaus ist das Risiko für Harnwegstumore vergrößert.

Bluthochdruck-Niere (10%)

Ein lange bestehender Bluthochdruck über 160 mmHg führt zu einer schleichenden, nicht mehr rückgängig zu machenden Schädigung der Nieren.

Zystennieren (8%)

Angeborene, an beiden Nieren auftretende schrittweise Zerstörung des Nierengewebes durch zahlreiche unterschiedlich große wassergefüllte Hohlräume (Zysten). Die Nieren können durch das Wachstum der Zysten mehrere Kilogramm schwer werden.
Zystennieren dürfen nicht mit den vereinzelt auftretenden Nierenzysten verwechselt werden. Vereinzelt auftretende Nierenzysten beeinträchtigen die Nierenfunktion normalerweise nicht, auch wenn sie gelegentlich zu einem Druckgefühl in der Flanke oder Schmerzen führen können.

Schrumpfniere (<5%)

Schrumpfnieren können angeboren sein oder als Folge einer Engstelle am Abgang der Nierenarterie auftreten, die zu einer reduzierten Durchblutung der Niere führt. Es kommt zum Absterben von Nierengewebe und zur Schrumpfung der Niere.

Wassersackniere (< 5%)

Ist der Harnabfluss aus dem Nierenbecken in die Blase gestört, kommt es zu einem Harnstau. Das Nierenbecken wird überdehnt und drückt auf das Nierengewebe, wodurch es zu einer dauerhaften Schädigung der Niere kommen kann. Ursachen der Harnabflussstörung können Harnleitersteine, Narben (z.B. nach Bestrahlung oder Unfall) oder auch ein lang andauernder Harnrückfluss aus der Blase über die Harnleiter ins Nierenbecken sein.

Kontakt  |  Datenschutz  |  Nutzungsbedingungen  |  Impressum Copyright © 2017 Astellas Pharma GmbH