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Lebendspende

Vorteile und Nachteile

Vorteile für den Empfänger

  • Die psychische Belastung, ob ein Organ gefunden wird und wie gesund dieses ist, entfällt. Der Spender, seine Lebensgewohnheiten und sein gesundheitlicher Zustand sind bekannt.
  • Der Transplantationserfolg einer Lebendspende ist der Transplantation des Organs eines Verstorbenen meist überlegen, da die Operation planbar ist und damit auch bessere Voraussetzungen für das Transplantat gegeben sind. Transport- und Konservierungszeiten entfallen - Transplantatschäden, Verluste durch Abstoßungen und andere Komplikationen sind geringer.
  • Die Langzeitergebnisse der Lebendspende sind z. B. bei der Niere um 10% besser, verglichen mit der Organspende eines Verstorbenen. Nach einem Jahr funktionieren über 90% der lebend transplantierten Organe, wobei sich diese besseren Funktionsraten auch nach zehn Jahren noch bemerkbar machen.

Nachteile für den Empfänger

  • In 10% der Lebendspenden kann es leider auch zu einem Verlust des Transplantats kommen. Ursache können eine medikamentös nicht beherrschbare Abstoßung des Organs, eine schwere Infektion oder ein Gefäßverschluss des Transplantats sein.
  • Eine Abstoßungsreaktion ist ein biologischer Vorgang, der sich durch Tests im Vorfeld nicht erkennen lässt. Spender und Empfänger müssen das Risiko des Organverlustes kennen und in ihre Überlegungen mit einbeziehen.

Nachteile für den Spender

  • Durch die Spende wird ein gesunder Mensch zum Patienten. Mit der Erklärung zur Organspende hat sich der Spender zu regelmäßigen Untersuchungen beim Arzt verpflichtet.
  • Für Nierenspender ist das Langzeitrisiko, durch die Spende selber dialysepflichtig zu werden, geringfügig erhöht. In 20% der Fälle kann es zu einem Bluthochdruck kommen, bei 10% der Spender bleibt die Eiweißausscheidung im Urin erhöht.
  • Die Organspende kann versicherungsrechtliche Konsequenzen haben (z. B. Arbeitsausfall bei Arbeitsunfähigkeit)

Versicherungsschutz

Nach dem Sozialgesetzbuch ist das Auftreten von Spätschäden, die im Zusammenhang mit der freiwillig geleisteten Organspende auftreten, versicherungsrechtlich abgesichert. Endgültig geklärt ist die versicherungsrechtliche Situation in Deutschland jedoch noch nicht.
Klar definiert ist die Unfallversicherung. Nach §2 Abs. 1 Ziff. 12b SGB VII ist die Person, die „Blut oder körpereigenes Gewebe“ spendet, unfallversichert. Treten infolge der Organspende direkte gesundheitliche Komplikationen auf, so werden die Schäden in gleicher Weise behandelt wie Arbeitsunfälle (§27/28 SGB V).

Außerdem haben Spender und Empfänger Anspruch auf psychologische Unterstützung.

Mögliche Schäden aufgrund von Komplikationen einer freiwilligen Organspende werden nach §27/28 des Sozialgesetzbuches V ebenfalls in gleicher Weise behandelt wie Arbeitsausfälle. Der Spender hat Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung (§ 589 Abs. 1 Nr. 10 RVO).

Im Schadensfall fallen Leistungen an, die auch einem Arbeitsunfall-Verletzten kraft Gesetzes zustehen. Dazu gehören:

  • Heilbehandlung,
  • Verletzten-Geld bei Ausfall von Arbeits-Entgeldern 
  • Renten, wenn eine Erwerbsminderung von mehr als 20% besteht und über 36 Wochen anhält oder 
  • Leistungen an Hinterbliebene.

Eine Risikoversicherung für den schlimmsten Fall bei einer Lebendspende, den Tod, gibt es zur Zeit noch nicht.
Schadensfälle, die sich nicht unmittelbar auf die Organspende zurückführen lassen, sind wie jede andere Erkrankung von der Versicherung des Spenders zu tragen.

Privat Versicherte oder Beihilfe-Empfänger sollten vor einer geplanten Lebendspende unbedingt eine Kostenübernahmeerklärung ihrer Krankenkasse einholen.

Wird ein Lebendspender durch den Eingriff berufs- oder erwerbsunfähig, sind seine Ansprüche über die gesetzliche Rentenversicherung abgedeckt. Allerdings besteht das zur Zeit noch nicht versicherungsfähige Risiko einer Einkommensminderung.

Ausländische Lebendspender müssen die versicherungsrechtlichen Fragen der gesundheitlichen Absicherung in ihrem Heimatland klären und Deckungsübernahmen der dortigen Versicherungsträger einholen. Außerdem müssen ausländische und nicht-versicherte Personen darauf hingewiesen werden, dass bei Eintreten der Dialysepflicht nach einer Nierenspende erhebliche Kosten auf sie zukommen können.

Alle Voruntersuchungen, sowie die Kosten der Operation, des Krankenhausaufenthaltes und der Genesungszeit inkl. Verdienstausfall gehen zu Lasten der Krankenkasse des Empfängers. Die Krankenkasse spart hierdurch die meist sehr viel höheren Kosten einer alternativen Behandlung (z.B. Dialyse) ein.

Weitere Informationen geben Krankenkassen und Selbsthilfegruppen.

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