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Organspende

Spende nach dem Tod

Organe dürfen einem Organspender erst nach der endgültigen Feststellung des Hirntodes entnommen werden. Ist der Hirntod zweifelsfrei diagnostiziert, wird ein Patient, der nach Ermessen der behandelnden Ärzte für eine Organspende in Frage kommt, dem zuständigen Transplantationszentrum oder der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO) gemeldet. Diese übergeordneten Stellen übernehmen auch die Vermittlung der Organe an die jeweils am besten geeigneten Empfänger.

Hirntodfeststellung

Das Gehirn ist die übergeordnete Lebenszentrale für alle Organe und der Sitz allen Denkens und Fühlens. Fällt es aus, kommt es zu einem vollständigen und nicht mehr rückgängig zu machenden Ausfall aller Körperfunktionen. Ohne unterstützende Maßnahmen führt dies zu einem Atem- und Kreislaufstillstand und zum Tod.

Nur die Intensivmedizin macht es möglich, Kreislauf, Herzschlag, Sauerstoffversorgung des Blutes, Leber- und Nierenfunktion und Atmung für eine gewisse Zeit aufrecht zu erhalten, nachdem das Gehirn, die Schaltzentrale des Lebens, für immer ausgefallen ist. Ein „Zurückkehren ins Leben“ kann jedoch hierdurch nicht mehr erreicht werden. Die zweifelsfreie Feststellung des Hirntodes gilt daher auch als offizieller Todestermin.

Im Jahr 2000 hat der Papst den Hirntod als unumkehrbaren Tod des Menschen bestätigt. Dem haben sich alle großen Weltreligionen angeschlossen.

Ziel der Hirntoddiagnostik ist es, ein zweifelsfreies Bild vom Zustand des Patienten zu bekommen. Besteht auch nur der geringste Anhaltspunkt für anhaltende Gehirnaktivitäten, wird keine Hirntoddiagnostik durchgeführt.

Klinische Anzeichen des Hirntodes

Zeigt sich trotz aller intensiven Bemühungen, dass das Gehirn unwiderruflich nicht mehr arbeitet, wird von zwei erfahrenen Ärzten aus den Fachgebieten Intensivmedizin, Anästhesie, Neurologie oder Neurochirurgie, die Hirntoddiagnostik durchgeführt. Hierfür ist die Durchführung zahlreicher, nach dem aktuellen Stand der Hirnforschung ausgerichteter Untersuchungen zwingend vorgeschrieben. Angehörige, die vom behandelnden Arzt der Intensivstation vom eingetretenen Tod unterrichtet und um eine Organspende gebeten wurden, können an der Hirntoddiagnostik teilnehmen.

Die Feststellung des Hirntodes umfasst die Prüfung von fünf verschiedenen Reflexen, die bei bewusstlosen Patienten auslösbar sind, bei Hirntoten jedoch nicht. Die fünf Reflexe werden vom sogenannten Hirnstamm, einem Teil des Gehirns, gesteuert:

  • Pupillenreflex: Normalerweise sind beide Pupillen bei Gesunden gleich weit. Sie reagieren auf Lichteinfall mit Verengung. Bei hirntoten Patienten fehlt dieser Reflex. Sie reagieren nicht auf Lichteinfall.
  • Puppenkopfphänomen: Ist ein Patient bewusstlos, aber nicht hirntot, reagiert er auf das schnelle Drehen oder Kippen seines Kopfes mit einer langsamen Gegenbewegung der Augen. Bei einem Hirntoten bleiben die Augen während dieses Tests – wie bei einer Puppe – reaktionslos in ihrer Ausgangsstellung.
  • Hornhautreflex: Berührt man die Hornhaut des Auges (äußere Augenschicht) mit einem Fremdkörper, schließen sich die Augen reflektorisch. Prüft ein Arzt diese Reaktion bei einem Hirntoten mit einem Wattestäbchen, erfolgt keine Reaktion.
  • Schmerzreaktionen im Gesicht: Auf Schmerzreize im Gesicht reagieren selbst Patienten, die im tiefen Koma liegen, mit erkennbaren Muskelzuckungen und Abwehrreaktionen der Kopf- und Halsmuskulatur. Bei Hirntoten bleiben diese Reflexe aus.
  • Würg- und Hustenreflex: Berührungen der hinteren Rachenwand lösen bei Gesunden und auch bei Bewusstlosen einen Würgreflex aus. Hirntote zeigen diese Reaktion nicht.

Letzte Prüfung: die Spontanatmung

Erst wenn alle fünf Reflexprüfungen auf einen Hirntod hinweisen, wird überprüft, ob die Spontanatmung ausgefallen ist.

  • Ausfall der Spontanatmung: Die Fähigkeit zum eigenständigen, unbewusst ablaufenden Atmen stellt einen lebenswichtigen Reflex dar. Der Ausfall der Spontanatmung kann überprüft werden, indem der Patient kurzzeitig maschinell mit 100% Sauerstoff beatmet wird. Der Sauerstoff wird im Körper verbraucht, so dass es zu einem stetigen Anstieg des Sauerstoff-Abbauproduktes Kohlendioxid im Blut kommt.

Ein hoher Kohlendioxid-Gehalt aktiviert sofort das Atemzentrum im Gehirn und löst normalerweise einen Atemzug aus. Setzt die Eigenatmung nicht ein, liegt ein nicht wieder rückgängig zu machender kompletter Ausfall des Atemzentrums vor.

Weiterführende Untersuchungen zur Hirntodfeststellung

Mithilfe elektronischer Diagnoseverfahren wie der Computertomographie, der Angiographie (Darstellung der Hirngefäße) und des EEGs (Messung der Hirnströme) prüft der Arzt Aktivität und Durchblutung des Gehirns.

Die Ergebnisse der Hirntoddiagnostik werden in einem Protokoll von beiden untersuchenden Ärzten dokumentiert. Bei zweifelsfreier Feststellung des Hirntodes wird eine Todesbescheinigung ausgestellt.

Die nächsten Angehörigen werden darüber informiert, dass der Patient verstorben ist und zur Organspende befragt. Erteilen sie unter Berücksichtigung des mutmaßlichen oder durch den Spenderausweis belegten Willens des Verstorbenen die Zustimmung zur Organspende, werden alle intensivmedizinischen Maßnahmen bis zur erfolgten Organentnahme fortgeführt, in allen anderen Fällen wird die Behandlung eingestellt, das heißt, das Beatmungsgerät wird abgestellt.

Organentnahme

Die Intensivstation, auf der der hirntote Patient liegt, nimmt im Falle der Organspendebereitschaft mit dem zuständigen Transplantationszentrum oder mit der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO) Kontakt auf. Ein Mitarbeiter der DSO veranlasst alle medizinischen Tests, informiert Eurotransplant und organisiert die Organentnahme und den Transport der Organe. Der Leichnam des Spenders wird nach Durchführung der Organentnahme würdevoll versorgt.

Die für die Transplantation vorgesehenen Organe werden sofort nach der Entnahme mit einer speziellen gekühlten Konservierungslösung durchspült und auf ca. 4 Grad Celsius heruntergekühlt. Hierdurch können die Organe länger aufbewahrt werden. Die Organe werden steril und gekühlt verpackt auf schnellstem Weg zum Transplantationszentrum des Empfängers gebracht.
 

Die Empfänger werden schnellstmöglich über die Organspende informiert und für vorbereitende Untersuchungen in die Klinik gebeten. Hierbei ist Eile geboten. Lungen und Herz müssen in vier bis sechs Stunden transplantiert werden, die Leber in acht bis neun Stunden, während Nieren noch nach 36 Stunden transplantabel sind.

Organvermittlung über Eurotransplant

Das Transplantationsgesetz regelt die Grundlagen der Organvermittlung. Diese darf nur über Eurotransplant erfolgen. Damit soll eine gerechte Verteilung der verfügbaren Organe an den jeweils am besten geeigneten Empfänger gewährleistet werden.

Anhand der vorliegenden Patientendaten wird bei Eurotransplant (Sitz in Leiden, Holland) per Computer für jedes Spenderorgan eine eigene Rangliste erstellt. Die Transplantationszentren der einzelnen Empfänger werden in der Reihenfolge der Rangliste über die Organspende informiert.

Jeder Patient auf der Warteliste zur Lebertransplantation erhält Punkte, die sich nach der Wartezeit, einem Regionalfaktor, der Dringlichkeit und der Übereinstimmung der Gewebemerkmale bemessen. Besonders berücksichtigt werden Kinder als Organempfänger oder Patienten mit besonders seltenen Gewebemerkmalen. Der Patient mit der höchsten Punktzahl erhält als erster das Organangebot.

Die Ärzte in den Zentren überprüfen die Transplantationsfähigkeit des Organempfängers und die Qualität des Transplantats und nehmen das Transplantat bei positiver Entscheidung an. Bei Ablehnung bietet Eurotransplant das Organ dem nächsten Patienten auf der Warteliste an.

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