Die Transplantationsmedizin hat im letzten Jahrzehnt enorme Fortschritte gemacht. Auch dank einer abgestimmten Medikation ist die Erfolgsquote insgesamt sehr gut.
Die durchschnittliche Überlebensdauer einer transplantierten Niere beträgt heute weit über 10 Jahre. Sogar ein Überleben des Transplantats von über 20 Jahren ist möglich. Allerdings kann es aus verschiedenen Gründen zu einem Versagen des Transplantates mit erneuter Dialysepflichtigkeit kommen, wodurch eine Retransplantation erforderlich werden kann. Die Transplantationsforschung arbeitet daran die Gründe für ein Transplantatversagen besser zu verstehen und das Transplantatüberleben weiter zu verbessern.
Es gibt auch Fälle, in denen die neue Niere die Funktion nicht aufnimmt oder nach wenigen Wochen oder Monaten versagt. In diesem Fall erfolgt die erneute Aufnahme in die Warteliste von Eurotransplant. Im Zeitraum bis zur nächsten Transplantation ist der Ersatz der Nierenfunktion durch die Dialyse unumgänglich.
Auch nach einer Lebertransplantation müssen Patienten regelmäßig Immunsuppressiva einnehmen, um Abstoßungsprozessen vorzubeugen. Es gibt Hinweise darauf, dass die Leber widerstandsfähiger gegenüber Abstoßungsreaktionen ist als Nieren- oder Herztransplantate. Zum einen verursacht die Leber wahrscheinlich weniger Abwehrreaktionen, zum anderen beeinflusst sie eventuell den Körper im Hinblick auf eine Abschwächung der Immunantwort.
Dies darf aber nicht dazu führen, die notwendigen Medikamente abzusetzen. Die Medikamente müssen ein Leben lang eingenommen werden. Dadurch ist die Erfolgsquote bei Lebertransplantationen hoch und es kann meist ein erfreulich guter und stabiler, langfristiger Verlauf erwartet werden.
Die meisten schwer herzinsuffizienten Patienten haben zum Zeitpunkt der Herztransplantation bereits eine langandauernde Erkrankung mit häufigen Arztbesuchen und regelmäßigen Klinikaufenthalten hinter sich. Gelingt die Herztransplantation, führt dies oft zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensqualität und des Allgemeinbefindens.
Zudem ist die Erfolgsquote bei Herztransplantationen gut, sodass Herztransplantierte gute Chancen haben, ein fast normales Leben führen zu können. 75 % der transplantierten Herzen arbeiten heutzutage auch ein Jahr nach der Operation zufriedenstellend, 65 % auch nach fünf Jahren. Bei diesen Zahlen ist selbstverständlich zu berücksichtigen, dass die Menschen über einen so langen Zeitraum auch an anderen, nicht mit der Transplantation zusammenhängenden Ursachen versterben können.
MAT-DE-NON-2025-00432 | Erstellt: Januar 2026